Blickpunkt Leutzsch - Impressionen

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Auf den Spuren von Fritz Rudolf Fries
Literarischer Stadtteilspaziergang am 25. 10. 2015

Buchhandlung SeitenBlick würdigt Autor mit Ausstellung

Seine Kindheit und Jugend hat er in Leutzsch verbracht. Er war der Exot unter den DDR-Schriftstellern. Seinen Debütroman bezahlte er mit dem Verlust seiner Arbeitsstelle. Kaum jemand hat die DDR so scharf analysiert wie er. Der Schriftsteller Fritz Rudolf Fries (1935-2014) lebte von 1942 bis 1960 im Leipziger Stadtteil Leutzsch. Dann zog es ihn nach Berlin, später bis zu seinem Tod lebte er wieder in einem Vorort, in Petershagen vor den Toren der Hauptstadt.

In diesem Jahr wäre der Autor mit spanischen Wurzeln 80 Jahre alt geworden. Zeit genug, an den zu Unrecht Vergessenen zu erinnern. In seinen Texten, angefangen mit "Der Weg nach Oobliadooh", haben Leutzscher Begebenheiten, bestimmte Orte und Personen vielfach ihre Spuren hinterlassen. Spuren, die noch begehbar, nachvollziehbar sind, anhand von Gebäuden, Straßen, aber auch in Form von Leerstellen, Brachflächen, Verlorenem.

Unter dem Titel „Inventar der Vorstadt. Fries in Leutzsch“ findet am Sonntag, den 25. 10. 2015, um 15:00 Uhr, ein literarischer Stadtteilspaziergang durch Leutzsch statt.

Der Spaziergang, geführt von Buchhändler Ansgar Weber, Inhaber der Buchhandlung „SeitenBlick“, begibt sich auf die Spuren von Fries und sucht sowohl vorhandene als auch nur mehr erinnerbare Orte auf, die im Leben und Werk des Autoren eine Rolle spielen. Eva Langkabel, Roland Beer u. a. werden aus seinen Texten vortragen. Thomas Gruss am Saxofon, wird die für Fries wichtige Jazz-Komponente erklingen lassen.

Treffpunkt für die kostenfreie Führung ist am Haupteingang des Friedhofs Leipzig-Leutzsch, in der Rückmarsdorfer Straße 13. Die Veranstaltung findet im Rahmen des 19. Leipziger Literarischen Herbstes statt.

Parallel dazu zeigt die Buchhandlung SeitenBlick (Goetzstraße 2/am Lindenauer Markt) noch bis zum 30.10.2015 eine sehenswerte Fritz Rudolf Fries gewidmete Ausstellung, die Helmut Böttiger am Montag eröffnet hat. Die Ausstellung „Fries in Leutzsch“ zeigt Fotografien Leutzscher Gebäude, in Verbindung mit sowohl biografischen als auch literarischen Texten von Fries.

Auch besteht die Möglichkeit einen Blick in das Werk des Autors zu werfen. Viele seiner Bücher liegen dort aus, manche wie der Klassiker der Leutzsch-Literatur „Alles eines Irrsinns Spiel“ sind käuflich zu erwerben. Auch wenn der Autor, aufgrund seiner Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit, kein ungetrübtes Bild hinterlässt, so ist eine Wiederentdeckung seiner Texte wünschens- und allemal lesenswert.

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Nachricht vom 23.10.2015. Autor: Enrico Engelhardt, Mitglied BVL
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Bürgerverein Leutzsch BV Leutzsch