Blickpunkt Leutzsch - Impressionen

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Bildinhalt: mitgestAlter-Filmvorführung im Stadtteilladen Leutzsch / Foto: Enrico Engelhardt
mitgestAlter-Filmvorführung im Stadtteilladen Leutzsch / Foto: Enrico Engelhardt
„Moritat der Leutzscher-nicht-mehr-jungen“ regt zum Nachdenken an
Die Premiere der „Moritat der Leutzscher-nicht-mehr-jungen“ bescherte dem BürgerVerein Leutzsch e. V. am Montag, den 08.07.2013, einen gut gefüllten Stadtteilladen. Bei sommerlichen Temperaturen, innen wie außen, fanden sich 20 interessierte Menschen ein. Der Besuch hat sich gelohnt. Denn in dem rund 10minütigen Kurzfilm des Seniorenprojekts „mitgestAlter“ wird auf recht drastische Weise deutlich gemacht, welche Probleme die Georg-Schwarz-Straße für ältere Mitbürgerinnen und Mitbürger darstellt. Da wird eine Seniorin von der Straßenbahn angefahren, einer anderen fällt ein Stein auf den Kopf, wieder eine andere Frau wird vom Auto überrollt … und so geht es weiter bis die Seniorenprobleme auf ziemlich drastische Art gelöst sind. Zwischen den Todesfällen wird mit eingeblendetem Text immer auf das konkrete Problem in der Straße hingewiesen. Am Ende treffen sich alle, die im Laufe des Film gestorben oder anderweitig abhanden gekommen sind, im Stadtteilladen Leutzsch und erklären gemeinsam, dass es besser ist sich zu engagieren und sowohl Straßen- und Verkehrsraum mitzugestalten.

Unter den Zuschauern des Films waren auch Vertreter und Vertreterinnen von Bürgervereinen und Stadtverwaltung. Roman Raschke, Vorsitzender des BürgerVerein Leutzsch e. V., zeigte sich beeindruckt und nannte den Film: „Ganz großes Kino!“, vor allem weil der Film es schaffte, im Gewand der Satire auf die Fallen und Tücken entlang der Georg-Schwarz-Straße aufmerksam zu machen. Auf das Projekt mitgestAlter, das im Stadtteilladen Leutzsch eine Heimat gefunden hat, sei er besonders stolz. Bernhard Wagner, der Leiter des Projektes, bedankte sich und moderierte die Publikumsdiskussion, die auf den Film folgte.

Kerstin Motzer, die Seniorenbeauftragte der Stadt Leipzig, konnte sich gut vorstellen, den Film im Rahmen der nächsten Seniorenkonferenz zu präsentieren, um damit das Engagement älterer Mitbürger auch auf andere Stadtteile zu übertragen. Auch Birgit Seeberger vom Amt für Stadterneuerung und Wohnungsbauförderung fand Gefallen an dem Film, dämpfte allerdings die Erwartungen auf Veränderungen dahingehend etwas, dass die Uhren in der Verwaltung nicht alle im gleichen Takt gehen. Christina Weiß vom Lindenauer Stadtteilverein e. V. erklärte, dass stetiges Nachbohren und gemeinsames Arbeiten auch eine Stadtverwaltung bewegen könne. Den Film nutzen, um Bewegung in die Magistralenentwicklung zu bringen, das ist auch der Ansatz von Eva Brackelmann und ihren Mitstreiterinnen und Mitstreitern im Stadtbezirksbeirat Alt-West.

Auch die mitgestAlter selbst sind zufrieden mit ihrem Werk, haben sie doch gezeigt, dass auch ältere Menschen noch kräftig mitmischen können. Zudem ist der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe durch das Filmprojekt ebenfalls gewachsen. Ein besonderes Lob ging denn auch an die inoffizielle Regisseurin des Films, Frau Siegrid Müller, die als engagiertes Mitglied des Leutzscher Bürgervereins sowie des Projektes mitgestAlter, mit Rat und Tat die Realisierung des Filmprojekts ermöglichte.

Zur kleinen Premierenfeier gab es Sekt und Popcorn sowie gekühlte Getränke, die vom Bürgerverein zur Verfügung gestellt wurden. Beschwingt und voller Tatendrang verabschiedeten sich die jungen und älteren Besucher um 18:00 Uhr in den Sommerabend hinaus.


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Nachricht vom 09.07.2013. Autor: Enrico Engelhardt, Mitglied BVL
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