Blickpunkt Leutzsch - Impressionen

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Leben pur auf eigner Spur - Lesung mit Friederike Raschke
Friederike Raschke hatte am Wochenende mal wieder viel geschrieben. Nun drängte es sie, die Dichtung unter die Leute zu bringen. Das von ihr persönlich eingeladene Publikum füllte den Stadtteilladen am Montag, dem 18. April um 15 Uhr. Von draußen strahlte das Sonnenlicht herein, vorösterliche Stimmung lag im Raum.
So las Friederike Raschke zur allgemeinen Begeisterung Verse über das Frühlingserwachen und über ihre Vorliebe für Schwedenpils, rief allen zu, sie mögen sich ihr naives Staunen erhalten, um die Welt mit anderen Augen zu sehen. "Taxifahrer und Friseure sind die besten Therapeuten", wusste sie zu berichten. Auch die politischen Ereignisse kamen nicht zu kurz. Ob es um "Stuhlsägereien im Leipziger Rathaus", geklaute Doktortitel oder "Frauen in staatsmännischer Tracht" ging - alle bekamen ihr Fett weg.
Nach den Paukenschlägen prägte sich ein leiser Satz ein, nämlich der vom "stillen Sieg über den eigenen inneren Krieg". Das ist es wohl, was die Zuhörer am meisten an Friederike Raschke bewundern: Wie sie sich aus schwerer Krankheit durch das Schreiben einen neuen Weg ins Leben erkämpft hat.
Am Ende läuft die Künstlerin zur Höchstform auf: Stehend, die Hände in die Hüften gestemmt, rezitiert sie frei die Ballade vom Erlkönig in umgedichteter Form, leicht an der Grenze zum Kabarettistischen.
Das Publikum ist hingerissen. Ein Zuhörer würdigt den Auftritt, der soviel innere Sicherheit und Lebenslust ausstrahlte, lobt Friederike Raschkes charakterlichen Mut. Jemand ruft "Zugabe!" Die Künstlerin geht durch die Reihen ihrer Zuhörer und bietet Ostereier an.


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Redaktion:
Bürgerverein Leutzsch BV Leutzsch