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Wiedersehen im Traum: KARUSSELL in der Leutzscher THEATERFABRIK SACHSEN
32 Jahre ist es her: die Band um Wolf-Rüdiger Raschke formierte sich 1976 und begann unter anderem im damaligen Kultursaal des VEB Farben und Lacke (Lacufa) in Leutzsch eine Karriere, die sie zu einer der bedeutendsten DDR-Rockbands machte. Nach 18 Jahren "Rocker-Ruhestand" kehrt KARUSSELL nun eindrucksvoll auf die Bühnen zurück und machte am 18. April Tourstation in eben jenem Saal von damals, der heute - natürlich umgebaut - die Große Bühne der THEATERFABRIK SACHSEN beherbergt.

Das ganz reale „Wiedersehen im Traum“ ist also zugleich Comeback und Zeitreise in die 32 Jahre ist es her: die Band um Wolf-Rüdiger Raschke formierte sich 1976 und begann unter anderem im damaligen Kultursaal des VEB Farben und Lacke (Lacufa) in Leutzsch eine Karriere, die sie zu einer der bedeutendsten DDR-Rockbands machte. Nach 18 Jahren "Rocker-Ruhestand" kehrt KARUSSELL nun eindrucksvoll auf die Bühnen zurück und machte am 18. April Tourstation in eben jenem Saal von damals, der heute - natürlich umgebaut - die Große Bühne der THEATERFABRIK SACHSEN beherbergt.

Das ganz reale „Wiedersehen im Traum“ ist also zugleich Comeback und Zeitreise in die Bandhistorie.

Letztere kennt Joe Raschke insbesondere aus der Sohn-Perspektive. In der aktuellen KARUSSELL-Besetzung steht er als Sänger, Keyboarder und Mundharmonika-Instrumentalist gemeinsam mit seinem Vater auf der Bühne. Als Sänger und Gitarrist der Erstbesetzung ist Reinhard "Oschek" Huth wieder dabei. Seit 1988 spielte Jan Kirsten bereits den KARUSSELL-Bass. Bandchef und Keyboarder Wolf-Rüdiger Raschke holte zudem mit Hans Graf (Gitarre) und Benno Jähnert (Schlagzeug) 2 weitere routinierte Musiker in die Band.

Für die Theaterfabrik Sachsen als Veranstalter war das Konzert eine Premiere, denn erstmals seit dem Umbau zum Theater fand ein Rockkonzert statt, für das sogar die frühere Saalbühne aus dem heutigen Theaterbühnen-Rückraum wieder ins Rampenlicht geholt wurde. Für die „Theaterfabrikanten“ war der Abend mit viel Arbeit und guter Werbung für´s eigene Haus verbunden, denn viele der etwa 350 Konzertbesucher betraten nach Jahrzehnten und mit persönlichen Erinnerungen wieder das Gebäude; einige kamen erstmalig hierher. In den Foyergesprächen waren mehrmals Vorsätze für ein Wiederkommen zu einer Theatervorstellung zu vernehmen.

Nach dem etwa halbstündigen Auftritt der Vorband „2nd Station“, die mit gängigen Coversongs in den Abend einstimmte, kurzer Umbau- und der üblichen Spannungspause, fordert das Publikum KARUSSELL.

Zuerst betritt Joe Raschke die Bühne, seine Keyboardsounds erschaffen sofort eine emotionale Atmosphäre, die anderen Musiker kommen dazu, der Klangteppich löst sich in den ersten Takten von "Als ich fortging" auf und sofort ist das Publikum mit aufbrausendem Beifall hellwach. Es bleibt beim instrumentalen Zitat des größten Hits der Band. "Der Gitarrist" vom 1. Album "Entweder oder" erklingt unmittelbar folgend, spielfreudig und frisch. KARUSSELL ist wieder da, als wäre die Band nie weg gewesen. Jeder weitere Songs des Abends ist bekannt und wird vom Publikum aufgesogen, zum Teil mitgesungen. Joe Raschke nimmt das Publikum mit, fragt es: „Kann es sein, dass Ihr uns nicht vergessen habt?“. Es hat es nicht! Hände zählen bei „Autostop“ in der Luft „1 und 2 und 3 Plätze frei!“ mit, tolle Solis von Schlagzeug, Bass und Gitarre reißen es mit. Benno Jähnert und Jan Kirsten präsentieren sich insbesondere dabei als perfekte Rhythmusgruppe, Hans Graf zaubert auf der Gitarre, so dass Joe Raschke nicht lange fragen muss: „Wollt Ihr noch mal den Hans?“ Er selbst brilliert an der Mundharmonika, tritt überzeugend in Peter „Cäsar“ Gläser´s „Gesangsfußstapfen“ und steuert tolle Synthi-Parts bei. Zwar inzwischen auch ergraut, verleiht Oschek mit seiner Stimme Songs wie „Ehrlich will ich bleiben“, „Halte durch!“, „Wenn die Hähne krähn“ eine unglaubliche Authentizität. An ihr scheinen die Jahre spurlos vorüber gegangen zu sein. Mit „Fischlein unterm Eis“ prägt sie einen Höhepunkt des Abends. Wolf-Rüdiger Raschke hält wie eh und je das Geschehen auf der Bühne – wie auch die Bandgeschäfte – zusammen. Die von ihm zuerst allein gespielten ersten Takte von „Als ich fortging“ verschmelzen mit dem Beifall des Publikums, Feuerzeuge gehen an, Oschek singt die poetischen Zeilen des größten Hits der Band, mit dem sich KARUSSELL auch verabschiedet. Langanhaltenden und schließlich rhythmisch werdenden Applaus honoriert die Band mit Zugaben gern und sendet vor „Wer die Rose ehrt“ herzliche Genesungsgrüße an den zur Zeit sehr ernst erkrankten früheren Band-Kollegen Peter „Cäsar“ Gläser. Mit einem Dankeschön an die Technik-Crew und die Theaterfabrik geht das Konzert endgültig zu Ende. Im Foyer lassen viele Besucher – und später auch die Musiker – den Abend voller Erinnerung und Gegenwart ausklingen. (rr)


www.karussell-rockband.de

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Redaktion:
Bürgerverein Leutzsch BV Leutzsch