Blickpunkt Leutzsch - Impressionen

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Hat es in Leutzsch eine Pestepidemie gegeben?
Kennen Sie die Schätze der St.-Laurentiuskirche in Leutzsch?
Im August 1932, also vor 75 Jahren, kehrte nach langen Kämpfen der Kirchgemeinde der alte Flügelaltar restauriert und frisch vergoldet in seine "Heimat" zurück. Dieser Flügelaltar ist der größte Schatz der Kirche. Er zeigt im Mittelschrein die hl. Rochus, Sebastian und Antonius, auf den Seitenflügeln die hl. Wolfgang und Laurentius sowie Maria und Elisabeth (fälschlicherweise als Anna bezeichnet). Auf den Rückseiten der Flügel sind bescheidene Reste von Gemälden zweier Heiliger erhalten.
Da die Heiligen im Mittelschrein sog. „Pestheilige" sind, liegt die Vermutung nahe, dass der Altar im Zusammenhang mit einer Pestepidemie angeschafft wurde, vielleicht der von 1520, der in Leipzig 2360 Menschen (fast ein Drittel der damaligen Bevölkerung) zum Opfer fielen. Der Altar stand bis 1732 in der Kirche und wurde dann durch einen „modernen" Kanzelaltar ersetzt. Der alte Altar geriet auf dem Kirchenboden in Vergessenheit und wurde dort erst wieder 1840 vom Königlich Sächsischen Altertumsverein entdeckt und 1844 an dessen Museum in Dresden ausgeliehen. In Dresden sind jedoch so viele Kunstschätze zu bewundern, dass die Rückgabe des Schatzes nach Leutzsch gerechtfertigt ist.



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Redaktion:
Bürgerverein Leutzsch BV Leutzsch