st: 2/2 Mahnwache an Stolperstein von Marie Runkel - Leipzig Leutzsch - Blickpunkt Leutzsch - Neuigkeiten und Interessantes aus dem Stadtteil Leutzsch in Leipzig - Eine Initiative des Bürgerverein Leutzsch

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Mahnwache an Stolperstein von Marie Runkel

Bildinhalt: Vorstandsmitglieder halten Mahnwache für Marie Runkel / Foto: Enrico Engelhardt
Vorstandsmitglieder halten Mahnwache für Marie Runkel / Foto: Enrico Engelhardt
Von 16:00 Uhr bis 18:30 Uhr beteiligten sich gestern, am 9. November 2018, Vorstandsmitglieder des BürgerVerein Leutzsch e.V. an der Aktion "Mahnwache und Stolpersteine putzen" des Erich-Zeigner-Haus e. V. Die Bürgervereinsvertreterinnen putzten den Stolperstein der Diakonisse Marie Runkel, in der Georg-Schwarz-Straße 49, und informierten über ihre Biografie. Über 20 Menschen gesellten sich in der Zeit zu ihnen und nahmen an der Mahnwache teil, die junge Gemeinde der Kirchgemeinde Böhlitz-Ehrenberg verweilte auch einige Zeit mit ihnen und hielt eine kleine Andacht ab.

Die Gedenkaktion erinnert an die Opfer des nationalsozialistischen Terrorregimes und fand in Leipzig zum 11. Mal statt anlässlich des 80. Jahrestages der Reichspogromnacht.


Der Erich-Zeigner-Haus e. V. betont die Bedeutung der Gedenkaktion mit Worten denen sich der BV Leutzsch nur anschließen kann: „Aufgrund der besonderen erinnerungspolitischen Bedeutung dieses Jahrestages dient die Gedenkaktion ‚Mahnwache und Stolpersteine Putzen‘ als wichtiges Zeichen gegen die bedenkliche aktuelle politische Entwicklung in unserem Land. Der 80. Jahrestag und die Einzelschicksale hinter den Stolpersteinen erinnern uns daran, dass wir nicht vergessen dürfen wohin Menschenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz führen können. Das Bewusstsein für die Vergangenheit begründet die Notwendigkeit und die Wichtigkeit für unser gemeinsames und öffentliches Eintreten für Demokratie, Weltoffenheit und Zivilcourage.“

Über Marie Runkel:

Über 30 Jahre widmete die 1878 in Merseburg geborene Marie Runkel als Diakonisse ihr Leben der Pflege und Unterstützung hilfsbedürftiger Menschen. Als sie 1935 selbst psychisch erkrankte, erfuhr sie keine Hilfe. In der Ideologie des Nationalsozialismus als "lebensunwert" betrachtet, wurde Marie Runkel am 17. März 1941 in der Gaskammer der Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein ermordet. Wie viele Opfer der NS-"Euthanasie" hat Marie Runkel keinen Grabstein, nicht einmal einen Ort, wo sie ihre letzte Ruhe fand. (Quelle: Gedenkstätte Pirna Sonnenstein)

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Nachricht vom 10.11.2018. Autor: Enrico Engelhardt, Mitglied BVL
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